Drei Könige

Eine Weihnachtsgeschichte  von
Heinz Janisch und Brigitta Heiskel – Tyrolia Verlag

Es war einmal einer, … so beginnt die Geschichte. Einer, der vergessen hatte wer er ist und in dessen Innerem es sehr still geworden war. Darum beschloss er in den vorweihnachtlichen Wirbel der Stadt zu gehen. Er war erstaunt über so viel Glanz und Glitter. Vor allem die vielen Sterne haben es ihm angetan. Wer hat sie wohl vom Himmel heruntergeholt?
Er kaufte sich in einem Geschäft eine Handvoll Schnee; eine Glaskugel, die er nun als sein Schneegestöber in seine Manteltasche steckte und sich weiter auf dem Markt umsah. Aber nichts war da, was ihn so recht erwärmt hätte.
Dann betrat er ein Lokal, das er von früher kannte und wurde freudig von Bekannten begrüßt. Diese luden ihn ein, mit ihnen eine Familie als Könige zu besuchen um dem Kleinkind eine Freude zu bereiten. So geschah es auch.
Jeder dieser drei hatte nur Weniges zu geben: einen Apfel, eine Zipfelmütze und der, der nicht wusste wer er war, schenkte ihm sein Schneegestöber. Darüber lachte das Kleinkind vor Vergnügen und die Eltern dankten mit einer Tasse Tee.
Die drei Könige gingen mit einem glücklichen Herzen nach Hause. Es kam ihnen vor, dass die Sterne noch nie so hell gestrahlt hätten. Sie fühlten sich als richtige Könige.

Ein König meinte, dass durch das Lachen des Kindes die Sonne aufgeht. „Ich habe es nur – beinahe – vergessen“ - meinte der, der vergessen hatte, wer er war und der nun zum ersten Mal seit langer Zeit wieder lachen konnte.
Das Bilderbuch spricht von Nöten der Menschen in ihrer Vereinsamung. Aber wenn sie aus ihrer Vereinsamung herausgehen und Kontakte suchen, wird das Leben oft wieder sinnerfüllt.
Die zeitgemäße Grafik spricht vor allem Menschen von heute an; eine Mutter mit Tattoo und lila Haaren – alles zeigt, dass Menschen mit einem einfachen Lebens-stil oft das Herz auf dem rechten Fleck haben.

Als die drei Könige später draußen vor dem Haus standen,
hörten sie das Kind drinnen immer noch lachen.

 

Mit freundlicher Genehmigung
des Tyrolia-Verlages